Freitag, 27. Juni 2008

Malaria die Zweite...

Gestern Abend kam ich von einem kurzen Aufenthalt in Dar Es Salaam (Habe
mich mit einem Windradingenieur getroffen, war sehr bereichernd) endlich
wieder nach Hause und fühlte mich schlecht. Kopfweh, Schnupfen, Husten,
Gliederschmerzen, komisches Gefühl im Bauch und eine unglaubliche
Müdigkeit plagten mich, obwohl während der Busfahrt viele Stunden
geschlafen hatte. Zuerst schob ich es auf die intern angewendeten
Antibiotika, die ich eine knappe Woche eingenommen habe. Aber als mir
dann auch noch unglaublich kalt wurde und 38°C das Fieberthermometer
anzeigte, war mir klar, dass das Malaria sein muss.
Abends habe ich dann noch mit den Handwerkern Tee getrunken und zur
Belustigung Mr. Bean macht Ferien angeschaut. Mich konnte dieser "Humor"
nicht so wirklich anheitern, aber den beiden Handwerkern gefiehl es gut.
Und so konnten sie auch mal so ein bisschen das "normale" Leben in
Europa am Beispiel von Frankreich sehen. Was sie sehr gewundert hat,
dass man selbst beim TGV noch ein bisschen das
Tacktack----------Tacktack der Schienen hört. Die Vorstellungen von
europäischen Standard sind eben unglaublich hoch. Und wenn ich
Tansaniern erzähle, dass es auch in Europa Bettler und gar Obdachlose
gibt, löse ich damit meistens Verwunderung aus. Vorstellung und
Wirklichkeit unterscheiden sich nunmal in vielen Fällen ziemlich
gewaltig. So werden die allermeisten Tansanier auch satt und haben
keinen großen Bedarf an Altkleidern ;-).
Um nachts nicht allzusehr zu frieren bin ich mit langer Hose, dicken
Socken, Pulli, Jacke und Schal ins Bett gegangen und habe mich dann mit
drei Wolldecken zugedeckt- gefröstelt habe ich dennoch. Aber heute
morgen ging es mir dann schon sehr viel besser und ich fühlte mich nicht
mehr wirklich krank. Trotzdem bin ich zum Malariamessen gegangen und wir
wurde auch, wie beim letzen Mal, wieder 2 Erreger festgestellt.
Nun schlucke ich nach den Antibiotika schon wieder die nächste Medizin,
für 5 Tage. Der Beipackzettel erklärt sogar den Wirkmechanismus der
Artemisintabletten: Das enthaltene Peroxid (H2O2?) bricht in das Innere
der Parasiten ein. Dort bilden sich dann freie Radikale ( O ) die die
Lipide in der Zellmembran ep-oxidieren. Damit wird die schädliche Zelle
von Innen heraus zerstört, was das Medikament angeblich so wirkungsvoll
macht. Ich hoffe, ich habs nicht allzuschlecht aus dem Französischen
übersetzt...und mein Chemie-LK ist ja auch schon über ein Jahr her...;-)
Dieses Jahr hier, auch wenn ich verglichen mit anderen Freiwilligen
relativ gesund bleibe, habe ich wohl am meisten Medizin, verglichen mit
anderen Jahren, geschluckt. Dass das nach meiner Rückkehr ein Ende
haben, darauf freue ich mich auch schon wieder sehr!
Ansonsten arbeite ich dennoch im Workshop, die sehr ungewohnt hohe
Motivation der Handwerker möchte ich einfach nicht sausen lassen.
Aber die Malaria ist zumindest stimmungsmäßig nicht wirlkich belastend,
denn heute sind schon die ersten Geburtstagsglückwünsche eingetrudelt,
was meine Stimmung sehr gehoben hat. Nach dem Testen bin ich nämlich
noch zur Post und da wurden mir gleich 3 Briefe und ein Päckchen
übergeben-ein wirklich sehr sehr schönes Gefühl :-).

Schöne Grüße aus Mafinga, wo ich trotz Sonnenschein in Pulli und Jacke
herumlaufe und dennoch friere,

Felix

1 Kommentar:

Jakob hat gesagt…

felix felix felix...was machst du denn für sachen...