Donnerstag, 29. Mai 2008

Verarscht werden

Ich wollte eigentlich nur Geld tauschen für meinen Vater. Aber dass mich
dies dann eineinhalb Tage beschäftigen wird, hätte ich nicht gedacht...
Mit 200€ in der Tasche bin ich in das Geldwechselviertel (Samora Street)
in Dar Es Salaam gegangen und habe mir die Raten der verschiedenen
Wechselstuben angesehen. Dies und natürlich mal wieder meine Hautfarbe
lockte dann einen Typen an, in dessen Beuteschema ich wohl ganz passte.
Er zeigte mir auf der Straße einen kleinen Karton mit einigen
handgeschriebenen Raten, die ein wenig besser waren als die der anderen
Wechselstuben. "Komm mit in mein Wechselbüro, dort können wir dann das
Geld wechseln". Ich war schon skeptisch, dass ich einfach so auf der
Straße engesprochen wurde, aber das erklärte ich mir mit der wirklich
nicht geringen Konkurenz wodurch man sich zum Kundenfang wohl einiges
einfallen lassen muss. Ein paar Straßen weiter traf sich "mein" Agent
mit einem anderen Typen und zu dritt sind wir dann in Richtung "ihres
Büros" gegangen. Ein solches gab es aber überhaupt nicht. Stattdessen
wurde ich an einer Straßenecke von ihnen gefragt, ob ich denn wirklich
"nur 200€" tauschen möchte. Ich bejahte, denn obwohl ich noch mehr hätte
wechseln können, war mir die ganze Sache nicht so wirklich geheuer und
ich sah mich auch ständig um, ob denn nich bald zwiespältige Personen
auftauchen würden, die mich ausrauben würden. Plötzlich wurde ich
aufgefordert, mit einem der beiden an einem belebten Platz zu warten,
der andere würde schon mal das Geld holen. Also nichts mit Büro....auf
meine Frage, warum sie denn leicht bessere Raten hätten und nun doch
nicht in einem Büro tauschen, sagte mir der eine Type, sie wollten
Handys in Dubai kaufen und dafür bräuchten sie "harte Währung". Für mich
hörte sich das recht glaubhaft an. Zu meinem Unglück, wie sich später
herausstellen würde.
Zuerst kam aber erstmal der zweite Typ zurück und hatte ein Bündel
Geldscheine bei sich. Wir zählten das Bündel zwei mal, es war der
ausgemachte Betrag. Auch die Scheine waren echt und nicht gefälscht.
Weil ich nicht wollte, dass die Leute meinen Geldgürtel sehen, sagte ich
ihnen, ich würde schnell die Euros holen und bin in ein Geschäft. Dort
habe ich dann in einer Ecke das Geld aus dem Gürtel gefischt.
Die Übergabe des Geldes hat dann gut geklappt, habe das Geldbündel
bekommen und konnte nichts auffälliges feststellen. Aus
Sicherheitsgründen habe ich dann das dicke Bündel in eine Innentasche
meiner Hose gesteckt.
Etwa zwei Stunden später wollte ich dann die Bustickets für die
Heimfahrt nach Mafinga kaufen. So zog ich das Bündel wieder heraus,
öffnete und erschrak ziemlich: Anstatt den erwarteten zig
Zehntausenderscheine fanden sich unzählige Fünfhunderter in dem Bündel
und nur außen war ein Zehntausender gelegt worden....."Diese verdammten
&%§$"*/§!!!!!" dachte ich mir. Die Tickets konnte ich nicht kaufen
sondern ich bin dann sofort zu Polizei am Busbahnhof geeilt und habe
ihnen die Geschichte erzählt. Die Beamten bemitleideten mich erstmal und
schickten mich dann weiter an die zentrale Polizeistation...

Wie es weiter geht, erfahrt ihr bald ;-).

Grüße aus Mafinga, wo morgen der Senior Experte wieder abreisen wird.
Über die Arbeit mit ihm werde ich auch noch einen Beitrag verfassen,
keine Angst. Macht es gut,

Felix

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

hey Felix,
das tut mir wirklich leid für dich. bongo scheint ja wirklich ein ziemlich heißes pflaster zu sein... in togo haben wir deshalb einen festen geldwechsler für die ganze familie^^. so pietätlos es auch klingen mag: zumindest ich werd aus deinen schlechten erfahrungen im vorraus lernen! für mich gehts ja in zwei monaten nach niger los, aber da ist dann nichts mehr mit privatem geldwechsler :)
wünsch dir glück und wachsame augen,
Manuel
P.S.: check mal deine emails ;)

Jakob hat gesagt…

verdammt noch mal...und das kurz nach deinem handyverlust...shit...aber okay, das geld ist weg, nach vorne schauen, augen zu und durch! das wird schon!

Auf das Wiedersehen freu ich mich schon!

Bis dann

Thomas hat gesagt…

kannst nur hoffen, dass du damit wenigstens einer armen, armen familie mit 30 kindern geholfen hast! ;-)

Und sei in Zukunft mal nicht so gutmütig! ;-)

Jakob hat gesagt…

jaja...der thomas hat schon recht ;-) und schreib mal wieder! Fast schon zwei Wochen ohne ein Zeichen...Nein! 2 Wochen!