Sonntag, 6. April 2008

Ein kleiner Forstbesuch

Am heuten Sonntag wollten Oli und ich endlich mal wieder zusammen ein
bisschen radln und dabei unsere Umgebung ein bisschen besser kennen
lernen. Das erstere hat nicht so ganz geklappt, denn nach etwa 7km hat
sich mein Shimano-Schaltwerk selbst zerstört! Nämlich eine Achse des
"Schaltparallelogramms" hat sich gelöst und verabschiedet, so dass
einzig ein großes Chaos herrschte. Ob das noch zu reparieren ist, wird
sich zeigen. Das hätte ich von den hier in den Läden angebotenen
"Schaltwerken" vielleicht erwartet, aber doch nicht von einem originalem
Qualitätsbauteil! Ich bin ziemlich enttäuscht.
Naja, davon ließen wir uns nicht aufhalten und sind einfach zu Fuß
weitergezogen. Die wilden Wiesen, die fast jeden Meter ein bisschen
anders aussehen und den verschiedensten Pflanzen eine Heimat geben, sind
auch das Zuhause von unzähligen Vogelarten. Der schönste und
ausgefallenste war komplett schwarz und etwa sperlingsgroß. Seine
Schwanzfedern waren jedoch etwa 20cm lang und bewegten sich sehr
geschmeidig im Wind. Ich genoß diese Vielfalt und die Ruhe, die
allerdings von einigen Taxis gestört wurde, die auch in die
entlegendensten Dörfer fahren.
Den gesamten Weg konnten wir einer dünne Spur Reiskörner folgen. Sie
rieselten wohl aus einem Sack Reis, der mittels Fahrrad aus der Stadt
ins Dorf transportiert wurde. Der Fahrer wird sich vielleicht wundern,
warum die Kaufleute in der Stadt so schlechte Waagen haben...;-).
Kurz bevor wir wieder umdrehen wollten, kamen wir noch an einem
Pinienforst vorbei und den wollte ich mir einmal genauer ansehen. Es
ist, wie so gut wie alle Wälder hier in der Gegend, eine reine
Monokultur. In Reih und Glied stehen die Nadelbäume und warten darauf,
in ein paar Jahren "geerntet" zu werden. So krasse
Intensiv-Forstwirtschaft habe ich in Deutschland selten gesehen. Viel
wächst auf dem zentimeterdick mit Nadeln bedecktem Boden nicht. Einzig
ein paar Fliegenpilze haben aus dem braun rot herausgeleuchtet. Dass es
die hier auch gibt, hätte ich nicht gedacht, aber das ist ja bei vielen
Pflanzen und Tieren so. Hier hat sich mir gezeigt, dass ich meine
Pilzphobie komplett überwinden konnte ;-).
Jetzt ist ja noch Regenzeit und so war der Boden feucht. Wenn nun aber
ein halbes Jahr so gut wie ohne Niederschlag und dafür mit kräftiger
Sonne kommt, steigt die Gefahr für Waldbrände sehr. Die trockenen Nadeln
auf dem Waldboden brennen wie Zunder und es genügt ein einzelner Funken,
um hektarweise Wald und andere Vegetation zu vernichten. Feuerwehren
gibt es hier nämlich nur in großen Städten. Und so gehen Jahr für Jahr
große Gebiete in Flammen auf...:-(
An einer kleinen Hütte haben wir dann noch ein Windrad gesehen. Es hat
sich wohl jemand selbst aus Schrott gebastelt und dreht sich fleißig im
Wind. Als Generator dient ein kleiner Fahrraddynamo. Das ganze macht
einen ziemlich improvisierten Eindruck und ich glaube, dass das Gerät
ohne sehr regelmäßiger Wartung schnell den Geist aufgibt. Aber es zeigte
uns, dass Windkraft hier in Tansania einfach nicht mehr aufzuhalten ist!

Einen entspannten Sonntagabend! Wie wir heute erfahren haben ist morgen
hier Feiertag, bei Euch auch?
Schöne Grüße aus Mafinga,
Felix

Kommentare:

Akinogal hat gesagt…
Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.
Anonym hat gesagt…

nicht, dass ich wüsste...., ich werd auf jeden fall in die schule gehen, von daher wird hier kein feiertag sein.
lg, jara