Dienstag, 27. November 2007

Das erste Rezept: Ugali

Gestern abend haben wir, obwohl wir von der Arbeit am Windrad, die uns
den ganzen Tag beschäftigt hat, sehr müde waren, zwei Lehrer zu uns nach
Hause eingeladen, denn wir haben unseren ersten Ugali selbst gekocht.
Vorgestern haben wir nämlich selbst eine Einladung bekommen und da haben
wir ein bisschen beim Ugalikochen zugesehen, da wir ihn endlich auch
selbst kochen können wollten. Und während des Herumalberns mit den
Lehrern haben wir das Versprechen abgegeben, dass wir am folgenden Tag
selbst kochen und sie dazu herzlich eingeladen sind. Sie haben es uns
nicht so wirklich geglaubt, dass wir das schaffen, aber das hat unseren
Ehrgeiz nur noch mehr angestachelt. Wir haben Maria also gesagt, sie
solle ausnahmsweise nichts zum Abendessen kochen, sonder nur Bohnen als
Beilage zum Ugali. Auch sie wollte, dass wir ihr unbedingt etwas übrig
lassen, damit sie den "mzungu-ugali" auch mal probieren kann. Nachdem
wir also unsere Arme trainiert haben (denn das Rühren ist wirklich
anstrengen, versucht es gerne selbst, man spürt auf einmal ganz neue
Muskelgruppen in den Armen, von denen man vorher gar nicht wusste, dass
es sie gibt...Aber das spürt man nur, wenn man anständig rührt) war es
schon Viertel vor acht. Eigentlich wollten die beiden schon um sieben
Uhr antanzen. Als wir uns damit abgefunden hatte, alleine den Berg Ugali
essen zu müssen und uns schon an den Tisch gesetzt hatten, klopfte es
und ein "Hodi?" zeigte, dass die Gäste gerne eintreten würden. Man
sieht, man kann sich gar nicht genug an Unpünktlichkeit (in europäischen
Augen?!?) gewöhnen ;-). Auf jeden Fall hat es uns und auch ihnen
wirklich gut geschmeckt und wir saßen dann noch bis um 11 Uhr abends,
was sich übrigens heute morgen gerächt hat ;-), zusammen und haben Fotos
und einen Bildband aus Deutschland angeschaut. Dabei fielen auch die
Worte "Das da sind doch gar keine echten Dörfer". Das bezog sich auf die
deutschen Dörfer, denn wenn man sie mit den hier üblichen Dörfen
verlgeichen würde wäre dieser Vergleich mehr schief.

Nun aber zum wirklichen Bloginhalt, dem ersten tansanischen Gericht, das
wir wirklich selber kochen können: Ugali. Man muss dazu sagen, dass das
das "Volksgericht" (im kulinarischen Sinn!) schlecht hin ist. Die
Normalbevölkerung ißt ihn fast jeden Tag, oft sogar mehrmals pro Tag. Es
ist ein Maisbrei in der Konsistenz von festem Kartoffelbrei. Die
Zubereitung ist einfach und geht schnell:
Man kocht einen halben Liter Wasser (Zum probieren reicht das) in einem
Topf auf.
Dann fügt man nach und nach, unter ständigem Rühren, feines Maismehl
hinzu (Kein Maisgries, wirkliches Mehl. Gibt es im guten Supermarkt, ich
glaube unter anderem auch von kattus) Dabei kann man die Temperatur des
Herdes erniedrigen, aber nicht ausschalten.
Solange Mehl hinzugeben, bis sich ein Brei bildet.
Danach nur noch auf niedriger "Flamme" umühreren.
Dabei aufpassen, dass sich keine Klumpen bilden.
Das muss man schon einige Minuten machen, aber dafür kann man sich das
Fitnessstudio sparen.
Immer mal wieder ein kleines Stück abreißen und an den Fingern kneten,
um zu sehen, ob er denn schon fertig ist. Wenn nichts mehr an den
Fingern kleben bleibt, kann man mit dem Rühren aufhören.
Um ihn schöner zu Präsentieren, kann man den Maisbrei in einen neuen
Topf geben.
Das wars auch schon, da sollte eigentlich bei der Zubereiung nichts
schief gehen.

Man isst dieses Gericht übrigens mit der rechten Hand, indem man sich
kleine Stücke abreißt, sie ein bisschen in der hand knetet und sie dann
in die Beilage taucht. An das Essen mit Händen muss man sich
wahrscheinklich erst gewöhnen, aber es mal etwas ganz was anderes. Davor
die Hände natürlich gründlich waschen.

Die Bohnenbeilage kann ich noch nicht kochen, aber oft verwenden die
Menschen hier auch Gemüse. Das kann man sich von der Konsistenz und auch
vom Geschmack wie Spinat mit ein bisschen Zwiebeln und ein wenig Tomate
vorstellen. Also versucht es vielleicht mal damit. Sonst kann man
eigentlich alles als Beilage verwenden, was man einigermaßen mit den
Händen anfassen kann, denn Ugali hat nur einen sehr geringen, neutralen
Eigengeschmack. Lasst eurer Phantasie freien Lauf!
Schreibt doch bitte als Kommentar, obs geklappt hat und was ihr als
Beilage verwendet habt und obs geschmeckt hat.
Ich würde mich freuen, wenn ihr versuchen würdet, dieses einfache, für
Tansania sehr typische Gericht nachzukochen!
Jetzt gehts wieder in die Werkstatt, mit dem Windrad weitermachen.

Übrigens: Momentan ist scheinbar die GPRS-Antenne ausgefallen....Somit
können wir gerade nicht ins Internet. Schon komisch, wenn man sich so
sehr daran gewühnt hat. Hoffentlich nimmt sie bald wieder ihren Dienst
auf, damit wir wieder "on" ein können...

Einen guten Appetit wünscht Euch,
Felix

1 Kommentar:

Jakob hat gesagt…

Danke!
Duce, hast du einen CD Player?